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Geschichten, die das Leben schreibt...



Immer wieder samstags fallen mir Dinge ein, die mir irgendwann mal widerfahren sind oder, die ich irgendwann mal gehört habe. In ruhigen Momenten, wenn es die heutzutage noch gibt, schießen mir diese Gedanken in den Kopf, die ich niederschreiben möchte und sie nicht, wie der Rest der Welt per Video oder Foto über irgendwelche Plattformen mit euch teilen möchte. Einfach schreiben.


Wie damals, als ich noch in einer Band spielte und es alles für mich war.


Der Moment, wenn du den Proberaum betreten hast, deine Leute getroffen hast, das erste Bier getrunken hast und obwohl du eigentlich nicht wirklich geraucht hast, die zehnte Zigarette durch war. Wenn du dich deinem Instrument zugewandt hast und wusstest, gleich passiert die Magie. Wir waren eine Einheit, eine Wand. Keiner konnte uns zerstören. Man fühlte sich unantastbar. Man stand über den Dingen und wollte ein Lied schreiben, das die Zeit überdauert.


Texte schreiben war wie Tagebuch schreiben und man hielt das fest, was einen in diesem Moment bewegte und antrieb. Damals waren es meistens Frauengeschichten, Bier und Autos. Heute würde ich wohl mehr über Vergänglichkeit, das Alter, die Familie und die Freunde, die mir blieben, philosophieren. Doch das sind Themen, die wir immer wieder samstags abarbeiten werden.

All das hatte damals kein Gewicht. Nichts davon stand im Mittelpunkt. Der Moment war wichtig. Das jetzt und vielleicht noch das gleich, aber doch bitte nicht die Zukunft. Niemals über Verantwortung reden oder über Sicherheit. Wir waren doch jung und alles lag vor uns. Wir waren doch eine Band, eine Wand und nichts konnte uns zerstören.



Ich weiß nicht, ob jemand von euch nachvollziehen kann, was ein Hobby oder eine Leidenschaft mit einem machen kann, aber ich sag euch, ich habe immer noch den Geruch in der Nase, die Geräusche, die die Tür vom Proberaum machte, wenn man sie geöffnet hat. Wie es aussah, wenn man die perfekte Atmosphäre erschaffen wollte und das Licht gedämpft hat. Ich höre immer noch die Diskussionen, die entstanden, als man sich darüber austauschte, ob man das so im englischen sagen kann und ob das grammatikalisch richtig wäre und es doch eigentlich nur wichtig war, dass es sich reimt.

Und ich weiß noch, wie aufgeregt ich war und beschäftigt damit, mir bloß nix davon anmerken zu lassen, wenn ich auf die Bühne gegangen bin, um allen zu erzählen, was ich immer wieder samstags erlebt hatte.




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